Jurawanderung

Bericht: Durch Höllenschluchten und Felsenkessel / Beeindruckende  Erlebnisse bei den Wandertagen im Schweizer Jura.

Vier eindrucksvolle Wandertage erlebte die Wandergruppe des Schwarzwaldvereins Oberwolfach beim von Adolf Hauer organisierten und geleiteten Ausflug ins Schweizer Juragebirge.  Die Region zwischen Bieler See und dem Lac de Neuchatel auf der Ostseite sowie dem Grenzfluss Doubs, der auf der Westseite  in wirren Schleifen das Gebirge durchschneidet, erwies sich als eine Wandergegend, die man durchaus als spektakulär bezeichnen darf. Tiefe Schluchten mit dschungelartiger Vegetation durchschnitten die weiten Hochplateaus,  in dieser Jahreszeit mit einem Teppich gelber Narzissen überzogen und durch faszinierende Grotten mit ihren Lichteffekten atemberaubend in Szene gesetzt. 

Ausgangspunkt für die Wandertage war das kleine Bergdorf  Nods, welches auf einer Hochstufe über dem Bielersee  am Fuß des Chasseral liegt. Allerdings war bei der Anfahrt von diesen Naturschauspielen noch nichts zu sehen. Ein wolkenverhangener Himmel und ein kalter Wind trübten die Stimmung am ersten Tag. Ein schmaler Pfad führte anfangs über den windigen, baumlosen Höhenweg der „Crête“ hinab in ein wahres  Naturparadies. Die Bergwiesen waren reichlich mit  Enzian und Orchideen bestückt.

Eine Überraschung dann bei der mittäglichen Rast auf einer der vielen „Metairies“, wie diese Alm- und Berghütten hier genannt werden. Per Handschlag wurde man vom Chef empfangen und auch sofort - als richtig erkannte Südbadener - in die heimelige Gaststube eingeladen.

Auch der Weiterweg entpuppte sich als spannend. Auf 900 Metern Höhe erreichte man die tiefste Stelle der Tour und damit den Eingang zur wilden Combe Biosse. Durch diese wildromantische Jurafalte, (seit 1977 Naturschutzgebiet) eine tiefe Kerbe die sich hier in das Gestein eingegraben hat, erreichte die Gruppe im steilen Aufstieg  wieder weite blumenreiche  Almfelder und schließlich  den  Gipfel des Chasseral.

Recht gemütlich wanderte man am zweiten Tag vom Ausgangspunkt  Champ du Moulin  durch die großartige Schlucht der Areuse. Atemberaubende Bilder in einer engen, beklemmenden Klamm mit tobenden Wasserfällen zwangen einfach immer wieder zum Stehenbleiben und Staunen. Danach begann der eigentliche  Anstieg. Zuerst  zur Ferme  Robert, die idyllisch  auf einer Wiesenlichtung mitten im Wald liegt. Hier wurde angeblich in Jahre 1757 der letzte Jura-Bär erlegt. Zwei Tatzen am Eingang zum Gastraum sollen daran erinnern. Doch  dann wurde es spannend: In einem schweißtreibenden  Anstieg über 400 Höhenmeter, auf dem Sentier de Singel,  wurde die  Hochebene des Creux de Van (1463m)  erreicht, und man schaute völlig unerwartet in dieses unvergleichlich faszinierende  Naturwunder hinab. Wasser und Eis haben in vereinten Kräften durch Erosion diesen beeindruckenden „Felszirkus“ geschaffen. Fast 200 Meter stürzen gebänderte Kalkwände im Halbrund senkrecht in die Tiefe. Immer hart an der Kraterkante entlang, über blumengeschmückte Bergwiesen und mit weiter Aussicht auf die Hochebenen der Jurakette, gelangten  die Wanderer  zur Ferme du Soliat. Rund um die urige Bergvesperstube, wo die Bratwürste an der Decke baumelten, genoss man eine längere Rast.

Der Abstieg zurück ins Tal über den Sentier des 14 Contours wurde allerdings für manchen etwas „kniemörderisch“. Noch einmal wurde die Schlucht der Areuse mit ihren stiebenden Wasserfällen und der malerischen Natursteinbrücke Saut de Brot durchwandert, ehe man zum Ausgangspunkt der Tour zurück kehrte.

Am folgenden Tag wollte der Wettergott dann den Oberwolfacher Wanderern die Tour zu den „Urwäldern“ am Doubs vermasseln. Der immer stärker einsetzende Regen sorgte für ratlose Gesichter und schließlich zur Einsicht, wieder zurück auf die Ostseite des Jura zu fahren, weil dort besseres Wetter angesagt war.

Und man hatte Glück:  Wieder am Chasseral angekommen blinzelte sogar ab und zu die Sonne  zwischen den Wolken hervor, und selbst die „Gipfelprominenz“ vom Berner Oberland bis hin zum Mont Blanc ließ sich blicken.  Beim gemeinsamen Abstieg vom Gipfelrestaurant des Chasseral durch die urtümlichen Eichenwälder hinunter nach Nods waren sich alle Teilnehmer einig, dass sich Wanderungen im Jura auch bei „bescheidenem Wetter“ durchaus lohnen.

Am letzten Tag gönnte sich die Wandergruppe aus dem Wolftal erholsame Ruhe und erfreute sich  nach dem  Abschied aus Nods am gemütlichen Spaziergang durch die wildromantische Taubenlochschlucht. Direkt aus der Stadtzone  von Biel gräbt sich der Wanderpfad immer tiefer in die etwa zwei Kilometer lange schummrige Klamm der Schüss und offenbart ein faszinierendes Naturschauspiel. Von den senkrechten - mitunter überhängenden - Felswänden tropft und gluckst es. Zwischen Felsmühlen, Strudellöchern, Grotten und Wasserfälle herrschte eine wildromantische Szenerie. Teilweise ist der Weg in den Fels gehauen, oder er bohrt sich durch Tunnel und Galerien mit beeindruckenden Tiefblicken in die urwüchsige Juraklus.

Bei einem vergnüglichen Bummel entlang der Strandpromenade am Bielersee ließ man die erlebnisreichen Wandertage durch das Juragebirge nochmals Revue passieren. (aha/hgh)

Fotos: Bildhafte Eindrücke von Adolf Hauer auf erlebnisreiche  Wanderungen im Schweizer Jura 

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