Bericht vom 3. November: Schätze unserer Nachbarn – Dorfkirche Hausach – mit Führung durch Klaus Lehmann!

  •  Schätze unserer Nachbarn – Dorfkirche Hausach

Die Schätze der Dorfkirche Hausach gehoben.

Nach einer kurzen Begrüßung überließ  Albert Schrempp vom Schwarzwaldverein Oberwolfach die 25 Mitglieder und Gäste aus den Ortsgruppen Hausach und Wolfach der Führung von  Klaus Lehmann in der schmucken Uniform der Dorfer Erzbrüder.

Beim anschließenden Rundgang um den im  11. Jahrhundert im romanischen  Stil errichteten und später im gotischen Stil erweiterten Baukörper entdeckten die Teilnehmer manches  interessante Detail. Unter anderem erfuhr man auch, dass man nicht nach Pisa reisen muss, um einen schiefen Turm zu sehen.

Nachdem die Teilnehmer dann im Kirchenschiff Platz genommen hatten, hörten sie Einzelheiten zur Geschichte des Bauwerks.

Der Chor mit seinem für eine kleine Kirche außergewöhnlichen Fenstermaßwerk, dem Netzrippengewölbe, dem Sakramentshäuschen und Türbogen ist ein Beispiel für die Baukunst der Spätgotik. Das Langhaus mit den zugemauerten romanischen Fensternischen, den  Seitenaltären aus der Werkstatt Schupp und die reich verzierte Kanzel zeugen vom Einfluss des Barock. Die Heiligenfiguren von Rochus und Sebastian erinnern an die Pest. Gemälde und Figuren von Christophorus, der Mutter Anna und eine Büste von St. Barbara weisen auf eine enge Beziehung zum Bergbau hin. Ohne das Silber, das die Bergleute  im Umfeld von Hausach  ans Tageslicht förderten und dem daraus erwachsenen Wohlstand wäre eine solche Ausstattung der Kirche nicht möglich gewesen.

Den Höhepunkt und zugleich Abschluss der höchst interessanten „Kirchenstunde“ bildete das Betrachten der Fresken. Diese „Comics aus dem Mittelalter“ belehrten die damals des Schreibens und Lesens meist unkundigen Gläubigen in bunten, drastischen Bildern, was sie zu tun und zu lassen hatten. Vor Augen geführt wurden ihnen auch die Folgen ihres Handelns.  Den oberen Teil der Rückwand nimmt die Darstellung des Jüngsten Gerichtes ein.  Rechts von Gott Vater sind die Guten, die von einem Posaunen blasenden Engel in die ewige Seligkeit eingeladen werden. Links aber droht unter dem ein  Schwert schwingenden Engel des Gerichts der Höllenrachen. Am Schließen seines Maules wird er gehindert durch einen Teufel, der ihm  einen Balken in den aufgerissenen Schlund stemmt.  Weitere Höllenknechte schieben und zerren die Verdammten in Richtung ihrer ewigen Pein.

Darunter ist zwischen zwei unbekannten Heiligen ein „Sonntagsbild“: Um einen Landmann herum  sind drapierend die Werkzeuge und Werkstücke, mit bzw. an denen man am Sonntag nicht arbeiten durfte.

Alle Teilnehmer hatten sich nach dieser interessanten Stunde noch auf die Wanderung zur Burg und den Geschichten dazu gefreut. Aber wegen des einsetzenden Novemberregens beschloss man den Nachmittag lieber bei Kaffee und Kuchen. Nicht aber ohne vorher Klaus Lehmann für seinen lebendigen heimat- und kirchengeschichtlichen Vortrag  kräftig applaudiert zu haben.