Rückblick/Bericht: Testturm in Rottweil und Wanderung auf den Lemberg mit „Didi“ Eugen Dieterle

Oberwolfacher Schwarzwaldverein erklomm den höchsten Berg der Schwäbischen Alb / Rundblick auf dem Rottweiler Testturm beeindruckte

Besser hätte man den wunderbaren sonnigen Herbstsonntag nicht nutzen können! Sechzehn Wanderfreunde nahmen das Angebot des Schwarzwaldvereins Oberwolfach an, mit „Didi“ Eugen Dieterle am Albtrauf auf Wanderschaft zu gehen.

Zuerst stattete man dem 232 Meter hohen Testturm in Rottweil einen Besuch ab. Zum Glück war man zeitig eingetroffen. Schnell wurde gegen zehn Uhr die Schlange der Wartenden länger und länger. Flugs war man unmerklich auf der Aussichtplattform, wo man sich nicht sattsehen konnte. Binnen einer halben Minute waren die Häuser und Kirchen in und um Rottweil mitsamt der vielen Weiler wie zu winzigen Spielzeugmodellen geworden. Der Ablauf war perfekt organisiert. In einem separaten Inforaum im Eingangsbereich konnte man sich zu den technischen Details des monumentalen Bauwerks kundig machen. Außerdem bekam man eine Beschreibung der Rundsicht in die Hand gedrückt. So kannten man sich von der Altstadt von Rottweil ausgehend im weiten Rund Schritt um Schritt und Weiler um Weiler orientieren. Auch das angepeilte Wanderziel wurde genauestens beäugt. Bei der Rückkehr zum Parkplatz war dieser bereits total überfüllt. Reihenweise standen die Busse mit Besuchern aus der ganzen Region parat.

Schon nach knapp fünfzehn Kilometern traf die erwartungsvolle Wandergruppe nahe Deilingen am Wanderparkplatz der Schörzinger Albvereinshütte ein. Nicht weniger als zehn Hinweistafeln machten hier kund, welche Wanderfern – und Nahziele zur Auswahl standen.  Eugen Dieterle hatte den flotten Aufstieg zum Lembergim Visier. Allerdings wandte man sich zunächst der Ruine von Oberhohenberg zu, die am Rand der senkrecht abfallenden Felswand von bedeutsamer historischer Vergangenheit kündete. Eine Hohenbergerin, so war zu erfahren, erlangte als Gemahlin des römisch-deutschen Königs Rudolf von Habsburg überregionale Bekanntheit. Über dem Ruinenachteck der einstigen Burg wurde deckungsgleich ein begehbares Stahlgerüst errichtet. Mehrere Infotafeln ermöglichten es, die Geschichte derer von Hohenberg und ihres Stammsitzes nachzuverfolgen. Mehrfach stand man über dem Abgrund, vor dem übrigens keinerlei Geländer, ja nicht mal ein Warnhinweis, Schutz gewährte. Jedem war es freigestellt, sich bis auf wenige Zentimeter an den rasenüberwucherten Randstreifen entlang des Abgrundes heranzuwagen. Überraschend viele zeigten sich kaltblütig und schwindelfrei und deuteten dabei noch auf die Haufendörfer im gesamten Umkreis!

Abenteuerlich war ganz in der Nähe der Burgruine auch die knapp zehn Meter lange Hängebrücke, die von einigen so ins Schwingen gebracht wurde, dass sich andere total verängstigt auf allen Vieren vorantasteten. Hinterher fühlte man sich so unsicher auf den Beinen, als würde man gerade einem Karussell entsteigen. Einige vom Schwindel total Verunsicherte waren sichtlich erleichtert, als sie gewahr wurden, dass der Rückweg ohne diese Mutprobe möglich war.

Nach dem Abstieg zum Lembergsattel ging es nochmals hundert Meter extrem steil bergan, um den Lemberggipfel zu erklimmen. Dieser mit 1015 Metern höchste Berg der Schwäbischen Alb ist von einem Aussichtsturm gekrönt, der einen wunderbaren Rundblick auch zum Rottweiler Testturm bescherte. Die Hütte zu seinen Füßen war bewirtschaftet, so dass hier gemütlich gerastet werden konnte. Erinnert hat man sich dabei, dass man vor etwa zwanzig Jahren schon mal mit Norbert Fecker, dem treuen Wanderfreund aus Wehingen, diesen besonders markanten Abschnitt der Alb erkundet hatte. Von allen Richtungen waren gegen Mittag trotz des extremen Anstiegs viele Wandergruppen – sogar mit Kinderwagen – und schweißtriefend  im Anmarsch. In Anbetracht der feuchten glatten Kalkfelsen hatten sich jedoch nur einzelne Mountainbiker so weit in die Höhe gewagt.

Im weitem Bogen kehrten die sechzehn Wanderer des Oberwolfacher Schwarzwaldvereins vorbei an der Kapelle der Vierzehn Nothelfer mit Blick auf  Wehingen und Gosheim am Nachmittag wieder zum Ausgangspunkt zurück. In Anbetracht der vielen Wanderer, die in der Region unterwegs waren, zog man es vor, die Schlusseinkehr in das heimische „Posthörnle“ zu verlegen. Voll des Lobes und Dankes waren die Wanderfreunde für die Organisation des erlebnisreichen Alb-Wandertages durch „Didi“ Eugen Dieterle. Vielleicht findet die schöne alte Tradition einer regelmäßigen herbstlichen Albwanderung wieder Berücksichtigung in den künftigen Wanderprogrammen des Oberwolfacher Schwarzwaldvereins?

Foto: Oberwolfacher Wanderer auf der Hängebrücke beim Hohenberg (Siehe auch Bildergalerie!)

 

Foto: Thyssen Krupp Testturm in Rottweil

Testturm