Schwarzwaldvereine waren am 14.11.2021 auf “Schatzsuche”

Schätze unserer Nachbarn war wieder das Motto der diesjährigen Kulturwanderung, diesmal nach St. Jakob bei unseren Wolfacher Wanderfreunden.
Es war die zweite Veranstaltung dieser Reihe der gemeinschaftlichen Unternehmung der Ortsvereine, Schapbach, Schiltach-Schenkenzell, Gutach, Hausach ,Wolfach und Oberwolfach.
Organisator Albert Schrempp begrüßte die 48 Teilnehmer hinter dem Wolfacher Rathaus.
Anschließend führte der Wolfacher Vereinsvorstand Siegbert H. Armbruster die Wanderer aussichtsreich über weite Passagen des Premiumwanderwegs „Schlossblick” den Berg hinauf und dann hinüber zur Wallfahrtskirche. Hier übernahm Walter Schmider – Rektor a. D. – und begann seinen Vortrag über die St. Jakobs-kapelle.
Er informierte darüber, dass die Menschen in der Not der vergangenen Jahrhunderte schon immer hierauf gezogen sind, um Trost und Hilfe zu suchen, und dass sie „anders erleichtert“ zurückgegangen seien“.
Er berichtete von der dreifachen Bedeutung der Kapelle.
Dem in erster Linie stillen Gebetsort in der Waldeinsamkeit. Der „spirituellen Tankstelle“ ,dem Kraftort, um die Batterie wieder aufzuladen. Des Weiteren von der Bedeutung als Ziel für die Wallfahrer und Wanderer mit Quelle, Bänken und Toilette.
Und zuletzt vom wichtigen Kultur- und Kunstdenkmal. Mit dem Hochaltar aus der Werkstätte der Familie Schupp und den Bildern des Kunstmalers Konrad Schmider vom Schillingerhof im Übelbach.
Er zitierte den Wolfacher Heimatforscher Josef Krausbeck „Dieser Ort will Dir ein Ruheort sein“
Wer war Jakobus eigentlich? In diesem Teil des Vortrags berichtete der Referent von
den Eltern und seinem Bruder, dem Evangelisten Johannes.
Es folgte die wechselvolle Geschichte der Kapelle in den vergangenen sechs Jahrhunderten, in welchen auf gute Zeiten auch immer die des Niedergangs inklusive Abriss der Kapelle in der Reformation folgten. Letztendlich spiegelten sich darin auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen wie Kriege und Krankheiten (Pest), das Zeitalter der Aufklärung, die Säkularisierung und der Übergang Wolfachs an das Großherzogtum Baden (1806).
Die 1. Kapelle wurde nachweislich 1433 errichtet. Verweise auf Vorkapellen sind historisch nicht belegt.
1664 wurde die 2. Kapelle vom Konstanzer Bischoff Franz Johann Vogt geweiht.
Zusammen mit der Segnung von 2985 Firmlingen und 4000 Gläubigen, die dem Ereignis beiwohnten. Damals wurde auch die Bruderschaft zum guten Tod gegründet.
Durch die zunehmenden Wallfahrten mit Teilnehmern aus dem
ganzen südbadischen Raum, aber auch der Schweiz und Frankreich erwies sich das
Kirchlein bereits 1680 als zu klein und es wurde die 3. Kapelle in ihrer jetzigen Form erbaut.

Nun ging Schmider auf die Betreuung von St. Jakob durch die Eremiten und Wolfacher Bürger wie auch die Geschichte der Messner Familie Stehle (6 Generationen von 1799– 1982) ein und berichtete über Baumaßnahmen und Renovierungen der jüngeren Zeit. Er erzählte die Geschichte des Stationenwegs; dem ersten von 1755, den neuen Bildstöcken von 1899, dem von 1956 und dem gefundenen Felsen in Grabform, der nun in der Antonius Kapelle liegt.
Die Zeit verging wie im Fluge und so konnte der Vortragende einzelne Punkte nur anschneiden.
Er erläuterte noch die Altäre und Bilder und ging auf die Fragen der Anwesenden ein, ehe sich ein kurze Führung um die Kapelle und dass Messnerhaus anschloss.
Als letztes ging er auf die Frage „Warum hat das Wallfahren bis heute so zugenommen?” ein.
Es geht um die „Suche nach Sinn, verstärktes Nachdenken und Gott. Der Weg sei das Ziel: das Erleben“, so Schmider.

Abschließend bedankte sich Organisator Albert Schrempp unter dem Applaus der
Teilnehmer für den sachkundigen Vortrag beim Referenten. Ebenso bedankte er sich bei Siegbert Armbruster für die Führung der Wanderung und die Mithilfe bei der Organisation.
Dem Dank an H. Schmieder schloss sich der Vorsitzende des Ortsvereins Wolfach an und überreichte im Namen der beteiligten Ortsvereine ein Weinpräsent.

Text nach H. Haaser, Wolfach