Bericht/Rückblick: Wanderung „Auf den Spuren der Römer“

  • Wandernd die Spuren der Römer verfolgt

 

Zu einer etwa vierstündigen Wanderung starteten auf Einladung des Schwarzwaldvereins Oberwolfach am vergangenen Sonntag 17 Wanderfreunde beim Schwenkenhof oberhalb von Schiltach. Auf der Höhentrasse in ca. vierhundert Metern Höhe wanderte man hinüber zum Höfenhof und zum Rohrbach, um von da an nach Aichhalden aufzusteigen. Am noch kühlen Vormittag konnten die 300 Meter Aufstieg zur Hochfläche ohne große Anstrengung gemeistert werden. In luftiger Höhe folgten die Wanderer nun dem schwarz-roten Rhombus des Ostweges bis zum Zollhaus und hinüber zum Brandsteig. Beim Zollhaus faszinierte die Aussicht zu den heimatlichen Bergen im Bereich von Brandenkopf und Regeleskopf. Die „Windrad-Stumpen“ vermittelten dabei eine recht genaue Orientierung vor allem zwischen Hohenlochen und Burzbühl. Nachdem man die alten Grenzsteine zwischen Baden und Württemberg begutachtet hatte, ging es auf der Anhöhe zwischen Schenkenzell und Rötenberg weiter in Richtung Brandsteig.

Interessantes über die Fundstelle römischer Mauerreste, eines Altarsteines und eines Merkur-Reliefs, und den Verlauf der Römerstraße zwischen Straßburg und Rottweil konnte man hier vernehmen. Es gab diese Informationen gleichsam als geistige und kulturgeschichtliche Kost zum mitgebrachten Vesper, das hier in gemütlicher Runde und im Corona-Abstand verzehrt wurde.

Die Schlussetappe der Wanderung führte entlang der Steigstraße vom Zollhaus abwärts. Durch ein beim kürzlichen Teeren ausgespartes Straßenstück oberhalb des Kaibachs bleib das vermeintlich römische Straßenpflaster sichtbar. Ein Abstecher mit herausforderndem Steilaufstieg führte zu den letzten sichtbaren Mauerresten der Willenburg. Man staunte über den vor sechzig Jahren mit großem Idealismus durch Schiltacher Historienfreunde wieder freigelegten Brunnen mit dreißig Metern Tiefe auf dem Berggipfel. Bereits um 1100 soll diese älteste Burg der Region der Überlieferung nach zerstört worden sein. Es wurden noch vorhandene Reste des Eingangs und eines Ofens gründlich unter die Lupe genommen. Kein Verständnis hatte man dafür, dass hier offensichtlich immer wieder verbotenerweise Grillstellen eingerichtet werden.

Nur noch kurz war danach der Abstieg zurück zum Schwenkenhof. Hier genoss die frohe Wandergruppe die wunderbare Atmosphäre auf der Freifläche zwischen Hofgebäude und Bauerngarten mit farbenprächtig blühendem Phlox und anderen Gartenblumen. Das Anstehen wegen der Corona-Selbstbedienung nahm man geduldig in Kauf. Ein stärkendes Vesper und erfrischende Getränke oder auch ein Kaffee mit Eis sorgten für einen gesellig-erholsamen Ausklang des erlebnisreichen Wandertages.

Foto: Die herrliche Aussicht vom Zollhaus zu den Heimatbergen um den Brandenkopf veranlasste zu einer kurzen Wanderpause