Nachbericht – Alpenwanderung

Abwechslungsreiche Gebirgswanderungen im Rätikon
Bericht von Reinhard Springmann

Am 31.07.2026 trat eine 12 köpfige Wandergruppe des Schwarzwaldvereins Oberwolfach frühmorgens die Reise von Oberwolfach in Richtung Österreich-Vorarlberg an. Das Rätikon war Ziel des jährlichen Alpenwanderwochenendes. Die Fahrt mit Privat – PKW verlief reibungslos, sodass man frühzeitig in Nenzing, dem Ausgangspunkt der 3tägigen Wandertour ankam. In Nenzing bestieg man zunächst den Alpbus und fuhr durch das wildromantische Gamperdonatal in Richtung „Nenzinger Himmel“, einer auf 1350m Höhe gelegenen Hochalpe, die bereits vor Jahrhunderten von den Walsern zur Almwirtschaft besiedelt wurde. Auf der ca. 30minütigen Fahrt erfuhr man vom gesprächigen Busfahrer Spannendes über den Nenzinger Himmel und die Naturgewalten der durch das Gamperdonatal fließenden Meng, die tiefe Einschnitte in das 16km lange Tal gegraben hat.

Vom Nenzinger Himmel aus führte die erste Tagesetappe über den sogenannten „Spusagang“ in Richtung Oberzalimhütte, die für zwei Nächte die Unterkunft der Gruppe sein sollte. Bis zum nahezu ausgetrockneten Hirschsee ging es sanft bergan. Von dort aus führte der „Spusagang“ steil durch die schroffen Gesteinshalden und Abbrüche des Rätikons. Nur schwer konnte man beim Aufstieg erahnen, wie man den höchsten Punkt der Tagestour, die 2237m hohe Oberzalimscharte erreichen kann. Über schmale, teilweise seilgesicherte Pfade erreichte man die Scharte bereits um 14:00 Uhr. Von hier konnte man die ca. 400m tiefer auf einem Hochplateau gelegene Oberzalimhütte bereits sehen. Das nahende Gewitter drängte zum Abstieg. Gegen 16:00Uhr hatte man das Quartier erreicht.

Auch am zweiten Tag war sonniges und sehr warmes Wetter vorhergesagt. Es sollte erneut gewittrig werden. Deshalb machte man sich frühmorgens mit leichtem Tagesgepäck auf in Richtung Mannheimer Hütte, die im Angesicht der Schesaplana auf einer Höhe von 2670m thront. Die seilgesicherten Pfade, Leitern und sicher zu begehenden Rinnen von Straußsteig und Leibersteig machten den Aufstieg zu einem echten Erlebnis. Das Terrain war herausfordernd und spannend zugleich. Auf der Mannheimer Hütte angekommen, konnte man die Auswirkungen des Klimawandels live miterleben. Der Brandner Gletscher wird in wenigen Jahren Geschichte sein. Auf der Hütte herrschte akuter Wassermangel. Nach leckerer Stärkung auf der Hütte bestieg man über einen Gratweg den nahegelegenen Wildberg, dessen Westflanke zur Oberzalimhütte hin nahezu senkrecht abfällt. Über den Leibersteig ging es anschließend wieder hinab zur Oberzalimhütte, die man am späten Nachmittag bei leichtem Regen wohlbehalten aber müde erreichte. Die Hüttenwirte Hannah, Fips und Team sorgten mit einem leckeren Abendessen und mit Ihrer guten Laune für einen gelungenen Ausklang des Tages.

Alpentour 2026 im Rätikon

Am dritten Tag verließ man Oberzalim frühmorgens. Es hatte über Nacht geregnet. Bei schönstem Wetter ging es über den Fürkelesteig zunächst bergan, bevor man zur wunderschön herausgeputzten Brüggeles Alpe abstieg. Trotz der noch langen Wegstrecke in Richtung Bürserberg ließ man es sich nicht nehmen, auf ein Getränk bei der 89jährigen „Sennerin“ und Ihrem 94jährigen „Senner“ zu verweilen. Über Palüd, Natursprüngeweg und Alte Statt ging es dann bei erneut sehr warmer Witterung hinunter nach Bürserberg, wo man die Wandertage im schattigen Biergarten Revue passieren ließ.

Nach reibungsloser Fahrt kamen alle Teilnehmer wieder wohlbehalten in der Heimat an. Zuvor wurde beschlossen, dass man auch in 2027 wieder eine Alpenwanderung anbieten wird.