Besuchen Sie die Bildergalerie mit vielen historischen Fotos!

747 Schneewinter um 1950
  • Bitte beachten Sie die Dokumentation mit historischen Bildern von “ der Alte Wolfe“ mit einigen Blicken in die Schapbacher und Wolfacher Nachbarschaft!

Wenn Sie in diesen Wintertagen mit den langen Abenden  und eventuell verregneten Sonntagen Zeit und Lust haben, ein wenig in alten Fotografien zu blättern, dann besuchen Sie doch mal die Galerie mit den alten Bildern in dieser Homepage des Schwarzwaldvereins Oberwolfach. In einer facettenreichen Bildersammlung, die in den letzten Tagen nochmals beträchtlich erweitert wurde, können Sie sich in einem bunten Kaleidoskop durch das vorige Jahrhundert bewegen. Sie können die Entwicklung der Ortsteile nachverfolgen – und eigentlich nur staunen, dass in den damals wenigen Häusern fast ebensoviele Menschen gewohnt haben wie heute. Sie werden Zeuge, wie sich das einst beschauliche von Wiesen und Feldern umrahmte Dorf  bis zu den Waldrändern hinauf ausgedehnt  hat und mit Wolfach zusammen gewachsen ist. Gleichzeitig haben sich die Wälder auf die  Talsohle zu bewegt, vor allem auch, weil die vielen Reutfelder entbehrlich und deshalb aufgeforstet wurden.

Auch begegnen Sie vielen Menschen, unseren Vorfahren, die vor Jahrzehnten unser Dorf belebt haben und auf allen Ebenen, ob bei der Arbeit, beim Sport oder beim Feiern anlässlich von Hochzeiten und Vereinsfesten das Dorfleben geprägt haben. Bei den Fußballern beispielsweise war in den fünfziger Jahren Gottfried Baur der immer präsente Leiter und Lenker, während Eugen Groß und Co. in der ersten Mannschaft („Oberwolfachs edle Wäscher – Draufwäscher!“) die Tore wie am Fließband schossen. Helmut Busch war ein ein schier unübewindlicher Keeper, wenn er nicht grad mal  einen rabenschwarzen Tag hatte – oder ihn die „Sonne jeblendet“ hat.  Wichtig war es für den SVO in den Gründerjahren auch, den fußballverrückten Pfarrer Rapp, den „Rappe-Doni“, hinter sich zu wissen! („Einsatz!“ – „Jugend kann nicht Jugend führen“, als man den jungen Hermann Gebert zum Spielführer der ersten Mannschaft wählte. Der Mesner mußte die Andacht am Sonntagnachmittag halten, weil der Pfarrer mit den Fußballern unterwegs war! Ein Extra-Segen-Spritzer mit dem einer Klobürste ähnelnden Segenspender nach der Messe für die hinten in der Kirche stehenden Fußballer – mit der Bemerkung: „Dass ihr au g’winne hitt!“ – Aber auch: Bedrohung des Schiedsrichters mit dem Regenschirm mit der Folge: Platzsperre für den SVO!)

Nachempfinden werden Sie aber auch, welche schmerzlichen Zäsuren durch die beiden Weltkriege dieses blühende Leben jeweils über viele Jahre zum Stagnieren brachten. In manchen Familien („Bonijörges“) kehrten bis zu vier Söhne nicht mehr aus dem Feld zurück, so dass man mehrfach in tiefstes Leid gestürzt und so existenziell ge- und betroffen wurde. Viele junge Frauen blieben unverheiratet, weil die potentiellen Ehemänner Opfer der grausamen Kriege geworden waren.

Dankbar wäre man beim Schwarzwaldverein, wenn Sie selbst zur Bereicherung dieses großen „Erinnerungsschatzes“ beitragen wollen. Von besondererer Bedeutung sind dabei die Fotografien, die aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stammen. U. a. ging 1926  ein auswärtiger Fotograf von Haus zu Haus, um die jeweiligen Bewohner vor ihren Häusern oder auch stolzen Gehöften zu fotografieren. Es war dies offensichtlich nicht der Wolfacher Fotograf Konrad Stehle, der auch viele professionelle Bilder mit Oberwolfacher Motiven und vor allem zu festlichen Anlässen für die Familien im Dorf gemacht hat. Mit seiner Geschäftstüchtigkeit hat sich der „wandernde Fotograf“   gewiss auch ein paar Mark hinzu verdient, was wohl der Hauptgrund für seine Wanderschaft durch das Dorf war. Leider konnte dieser  Foto-Künstler, dessen Bilder sich durch eine hohe Qualität auszeichnen und zu wertvollen Kulturgütern für unser Dorf und unsere Gemeinschaft geworden sind, nicht mehr gefunden werden. Der zeitliche Abstand war einfach zu groß, obwohl man ihm auf der Spur war! Mit Sicherheit gibt es aber noch etliche Bilder – im Format von Ansichtskarten – von ihm, die der hier veröffentlichten Sammlung noch hinzugefügt werden könnten, um so die einzigartige Dokumentation „Oberwolfach 1926“ zu erweitern bzw. zu vervollständigen.

Fragen Sie doch mal bei Ihren Eltern und Großeltern nach, bei Onkeln und Tanten! Schauen Sie in die alten Alben und kramen Sie mal in den alten Schatullen, sofern solche noch vorhanden sind!

Hans-G. Haas, Fachwart für Heimatpflege im Schwarzwaldverein Oberwolfach (hansg.haas@freenet.de).